Der Weg zur Klimaneutralität erfordert einen abgestimmten Instrumentenmix und eine zielgerichtete Steuerung mit der Fördereffizienz als wichtigem Maßstab. Der Bund muss im Bundeshaushalt seine Einnahmen und Ausgaben als klimafreundlich oder -schädlich kategorisieren.
„Die neue Bundesregierung rechnet damit, dass Deutschland seine ambitionierten Klimaschutzziele für 2030 nicht erreichen wird. Zusätzliche Maßnahmen allein reichen aber nicht aus; sie müssen vor allem aus einem Guss sein. Dazu muss der Bund die Steuerung des Klimaschutzes erheblich verbessern“, sagte der Präsident des Bundesrechnungshofes, Kay Scheller, anlässlich der Veröffentlichung eines Sonderberichts zur Steuerung des Klimaschutzes in Deutschland. „Der aktuelle Instrumentenkasten besteht aus zu vielen Maßnahmen, die den Treibhausgas-Ausstoß kaum oder gar nicht mindern. Mit klimaschädlichen Subventionen an anderer Stelle konterkariert der Bund seine Ziele sogar. Deshalb müssen alle Klimaschutzmaßnahmen auf den Prüfstand, mit Fokus auf wirksamer und wirtschaftlicher Treibhausgas-Minderung: Ein wirksames Monitoring von quantifizierbaren Minderungszielen würde es erlauben, dort nachzusteuern, wo es notwendig ist. Zusammen mit einer besseren Klimagovernance, die vor allem Kosten und Nutzen der Klimaschutzpolitik transparent macht. Insgesamt würde das die Erfolgsaussichten verbessern, dass Deutschland zumindest seine langfristigen Klimaschutzziele erreicht.“
Mit den bisherigen Maßnahmen wird es nicht gelingen, Deutschlands Klimaschutzziele zu erreichen. Da die prognostizierten Treibhausgas-Emissionen zu hoch sind, droht eine erhebliche „Klimalücke“. Auch die Bundesregierung geht von einer deutlichen Zielverfehlung aus. Sie hat daher mehr Tempo beim Klimaschutz und weitere Maßnahmen angekündigt. Das allein wird aber nicht ausreichen, die Lücke zu schließen. Denn bislang ist die Steuerung des Klimaschutzes in Deutschland mangelhaft:
- Für zahlreiche Klimaschutzmaßnahmen fehlen Vorgaben, wie viel Treibhausgas (THG) damit eingespart werden soll.
- Gleichzeitig lässt der Bund weiterhin klimaschädliche Subventionen in Milliardenhöhe zu.
- Die ressortübergreifende Koordinierung des Klimaschutzes ist mangelhaft.
- Berichte der Bundesregierung zum Klimaschutz sind lückenhaft und für eine Steuerung ungeeignet.
- Es fehlt ein Überblick, ob und in welcher Höhe Ausgaben und Einnahmen im Bundeshaushalt den Klimaschutz fördern oder erschweren.