„Trotz milliardenschwerer Förderungen verfehlt die Bundesregierung ihre ambitionierten Ziele beim Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft. Angebot und Nachfrage bleiben deutlich hinter den Erwartungen zurück. Dies gefährdet das Erreichen der Klimaneutralität bis 2045 und die Zukunftsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland. Und solange nicht absehbar ist, dass Wasserstoff preislich wettbewerbsfähig wird, droht eine staatliche Dauerförderung die bereits aus den Fugen geratenen Bundesfinanzen weiter unter Druck zu setzen“, sagte der Präsident des Bundesrechnungshofes, Kay Scheller, anlässlich der Veröffentlichung eines Sonderberichts zur Umsetzung der Wasserstoffstrategie des Bundes. „Es ist Zeit für einen Realitätscheck. Das verantwortliche Wirtschaftsministerium hat selbst erkannt, dass es sein Vorgehen anpassen muss. Nun muss es auch konsequent handeln.“
Der Bundesrechnungshof hat die Fortschritte und Herausforderungen beim Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Deutschland geprüft. Für die Bundesregierung hat Wasserstoff eine Schlüsselrolle in der Energiewende, Deutschland soll bis 2045 klimaneutral sein und gleichzeitig als Industriestandort zukunftsfähig bleiben. Klimaneutral hergestellter („grüner“) Wasserstoff soll fossile Energieträger dort ersetzen, wo Strom aus erneuerbaren Energien nicht direkt genutzt werden kann. Zudem sollen wasserstofffähige Gaskraftwerke zur sicheren Stromversorgung beitragen.
Der Bund hat bereits in den Jahren 2024 und 2025 mehr als 7 Mrd. Euro vor allem an Subventionen bereitgestellt. Vorbindungen in Milliardenhöhe bestehen bis Ende des Jahrzehnts. Zusätzlich sichert er den Aufbau der Netzinfrastruktur finanziell ab. Die Ziele der Wasserstoffstrategie erreicht die Bundesregierung trotz dieses finanziellen Engagements bisher nicht.