Reformen bei Aufgaben, Strukturen und Personalkörper sind zwingend erforderlich, um das Ziel einsatzbereiter Streitkräfte und einer effektiven und effizienten Bundeswehrverwaltung zu erreichen.
BMVg und Bundeswehr müssen nicht nur bei ihren Ausgaben unverändert priorisieren, sondern auch beim Einsatz ihres Personals. Personelle Kapazitäten sind wahrlich nicht uneingeschränkt verfügbar, sondern Mangel. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Bundeswehr große Mühe hat, selbst ihren bisherigen Personalbedarf zu decken. Seit 2016 will das BMVg die Streitkräfte vergrößern. Daraus folgt: Bei den Aufgaben muss neu priorisiert werden.
Daher empfehlen wir, endlich eine konsequente und umfassende Aufgabenkritik anzugehen und abzuschließen. Dies steht methodisch am Anfang jeder organisatorischen Veränderung. Aufgaben, die nicht wichtig für die Landes- und Bündnisverteidigung sind, sind so gut es geht zu streichen. Der Kernauftrag muss bedient werden, Priorität haben.
Es ist wichtig, weniger kopflastige Strukturen vorzuhalten und wieder mehr „Truppe“ aufzubauen. Die Kopflastigkeit machen wir entlang unserer Prüfungserkenntnisse fest, insbesondere am Umfang der administrativen Aufgaben in den Streitkräften und der Bundeswehrverwaltung sowie an der Entwicklung höherwertiger militärischer Planstellen.
Obwohl sich der Umfang der Streitkräfte und der Bundeswehrverwaltung im Zeitverlauf insgesamt verringert hat, entstehen immer wieder neue administrative Aufgaben. Prüfungsergebnisse zeigen, dass das BMVg seit Jahren die Personalbindung verstärkt, um Lücken bei der Personalgewinnung zu kompensieren. Im Ergebnis ist der Anteil der Berufssoldatinnen und Berufssoldaten an den Streitkräften gestiegen. Dies erhöht das Durchschnittsalter in den Streitkräften. Mit zunehmendem Dienst- und Lebensalter verlagern sich die Aufgaben von Berufssoldatinnen und Berufssoldaten regelmäßig zu vorrangig administrativen Fachaufgaben in den Streitkräften und der Bundeswehrverwaltung. Führungsaufgaben in der „Truppe“ sind aber wichtig, um die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands durch einsatzbereite Streitkräfte zu stärken.